Projekt Ehrenamt Digital


Stadt Flensburg startet Projekt zur Digitalisierung im Ehrenamt

 

Flensburg. Kontakte aufbauen und halten, Arbeitsabläufe und Termine organisieren, Werbung machen in eigener Sache – für viele Menschen kaum noch denkbar ohne digitale Medien. Besonders in Zeiten der Corona-Einschränkungen zeigt die Digitalisierung ihr Potential.

Im Ehrenamt ist diese Entwicklung noch nicht flächendeckend angekommen. Oft sind alte Zweifel neugierigem Interesse gewichen. Welche Potentiale die Digitalisierung für das Ehrenamt bietet, wie digitale Medien im Ehrenamt in Zukunft sinnvoll eingesetzt werden können – dazu fehlen die Antworten jedoch vielerorts noch.

Das Flensburger Projekt „Ehrenamt Digital“ will diese Antworten liefern. Und es will aufzeigen, wie das für eine Umsetzung dieser Antworten erforderliche Wissen bei den ehrenamtlich Engagierten ankommt.

„Mit unserer ‚Ehrenamtsakademie‘ haben wir bereits die passenden Strukturen. Sowohl für eine Bedarfsanalyse als auch für die Wissensvermittlung“, erklärt Karen Welz-Nettlau, zuständige Dezernentin bei der Stadt Flensburg. Davon war auch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein schnell überzeugt. Es unterstützt das Projekt „Ehrenamt digital“ mit Fördermitteln über eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren. Startschuss: Juli 2020.

In der ersten Projektphase soll eine Nutzer- und Bedarfsanalyse aufdecken, welche allgemeinen Herausforderungen und Bedarfe ehrenamtlich Engagierte haben. Diese Ergebnisse werden dann vor dem Hintergrund digitaler Möglichkeiten ausgewertet. Sie sind Grundlage für den zweiten Schritt: die Entwicklung eines erweiterten Schulungsangebotes in der Flensburger „Ehrenamtsakademie“. “Und das nicht nur analog und vor Ort, sondern – passend zum Thema – vielleicht auch als Online-Seminar, als digitale Fachschulung oder erweitertes Coaching für interessierte Initiativen“, ergänzt Katja Grundmann von der Flensburger Anlauf- und Beratungsstelle für bürgerschaftliches Engagement.

In der dritten und letzten Projektphase soll das neue Schulungskonzept in die Flensburger „Ehrenamtsakademie“ integriert und abschließend evaluiert werden.

Welz-Nettlau: „Ehrenamt verändert sich. Es wird zum Beispiel nicht mehr wie früher von den Eltern ‚vererbt‘. Viele der alten Strukturen sprechen gerade Jüngere nicht mehr an. Mit diesem Projekt wollen wir das Ehrenamt zukunftsfähig machen. Wir sind davon überzeugt, dass die Gesellschaft das Ehrenamt nach wie vor braucht – vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als bisher.“

 

Hintergrund „Ehrenamtsakademie“

Die „Ehrenamtsakademie“ in Flensburg wurde 2017 ins Leben gerufen. Träger*innen sind Engagiert in Flensburg, die Stadt Flensburg (inklusive VHS), die Schutzengel gGmbH sowie der Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg. Die erste Schulung startete im Mai 2018. Inzwischen haben rund 40 ehrenamtlich Engagierte das Angebot der Ehrenamtsakademie genutzt. Die dort entwickelte Basisschulung für (zukünftige) Ehrenamtliche fand bereits dreimal mit großem Erfolg statt.

Die Ehrenamtsakademie versteht sich sowohl als Ort der Wissensvermittlung als auch als Ausdruck der Wertschätzung gegenüber ehrenamtlich Engagierten.

Nähere Infos: www.engagiert-in-flensburg.de/ehrenamtsakademie