Allgemein

Engagement schafft soziales Zuhause

Ein erstes Zwischenfazit

Mein Engagement-Jahr ist noch nicht einmal ganz vier Monate alt. Trotzdem habe ich schon jetzt das Gefühl, dass es etwas verändert hat: Flensburg ist für mich noch ein kleines bisschen mehr Zuhause geworden.

Zusammen mit meinem Mann wohne ich seit rund vier Jahren (wieder) in Flensburg. Seit meiner ersten Flensburgzeit im Volontariat bei der Tageszeitung wusste ich, dass ich hier einmal leben möchte. Als Lokaljournalistin habe ich mir die Stadt Termin für Termin und Artikel für Artikel erobert – allerdings immer aus der Beobachterinnen-Perspektive. Seit wir nach fast 20 Jahren an anderen Orten zurückgekommen sind, haben wir viele wunderbare Menschen kennengelernt, Freunde gefunden und mit unserem Hund besonders den grünen Teil der Stadt und ihrer Umgebung entdeckt.

Im Februar dieses Jahres habe ich mein Engagement-Projekt gestartet. Seitdem war ich schon Kaffeetrinken mit den Ehrenamtlichen des Sozialkaufhauses Mehrwert, habe mit den Helferinnen und Helfern der diesjährigen folkBaltica das neue Festivaljahr eingeläutet und war als Helferin beim Flensburg liebt dich Marathon zu einem Vorab-Laufevent eingeladen – immer begleitet von netten und fröhlichen Mails, die gute Laune machen. Selbst wenn ich hier über mein Engagement-Projekt blogge: Diesmal bin ich nicht mehr nur Beobachterin.

Ehrenamtliches Engagement schafft Gemeinschaft: Wer einmal zusammen engagiert war, bleibt beim nächsten Zufallstreffen gern stehen und schnackt kurz miteinander. Besonders bei ganz kurzem und zeitlich begrenztem Engagement, wie einem Helfereinsatz bei einer größeren Veranstaltung, geben sich die Organisatoren große Mühe, Gemeinschaft zu schaffen. Sei es durch eine „Gemeinschafts-Ausstattung“ in Form von Helfer-T-Shirts, Einladungen zu Vorab-Events oder die obligatorische Helferparty nach dem Einsatz.

Ehrenamtliches Engagement schafft aber nicht nur ein soziales Zuhause, es kann auch eine Stadt vertrauter machen – weil Engagierte sich Räume und Zusammenhänge erschließen, indem sie „hinter die Kulissen“ gucken.

Ich habe immer auch einen kritischen Blick auf ehrenamtliche Strukturen. So frage ich mich oft, ob einige der Tätigkeiten, die jetzt ehrenamtlich geleistet werden, nicht dringend bezahlt werden müssten. Das sehe ich nach wie vor so. Bei meinen Einsätzen habe ich aber auch gemerkt, wie wertvoll die Gemeinschaft und die Vertrautheit sind, die durch gemeinsames ehrenamtliches Engagement entstehen können.

Übrigens: Dass auf meinen Blog-Bildern immer nur ich zu sehen bin, liegt nicht an der fehlenden Gemeinschaft, sondern eher an der neuen Datenschutzgrundverordnung.