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Ehrenamt ist, was man daraus macht

… als Helferin beim 3. Flensburg liebt dich Marathon

Maximal 12 Stunden je Monat habe ich mir vorgenommen. Bisher war mein Einsatz damit immer auf ein paar Tage verteilt. Diesmal waren es zwar nur acht Stunden – dafür aber am Stück! Schon vor dem Start meines Engagement-Jahres hatte ich mich aus einer sportlichen Laune heraus als Helferin für den 3. Flensburg liebt dich Marathon gemeldet.

Als Jugendliche habe ich selbst – wenn auch nur auf Kreisebene – an Basketballturnieren und Leichtathletik-Wettkämpfen teilgenommen und fand die Stimmung auf Sportveranstaltungen immer klasse. Als Journalistin habe ich dann zum Beispiel über den Ostsee-Marathon geschrieben. Nicht über die sportlichen Leistungen, sondern das ganze Drumherum. Jetzt wollte ich wieder mitten drin sein – diesmal im Drumherum.

Einteilung um 7 Uhr am Nordertor. Unser Teamcoach Lea ist schon seit mindestens einer Stunde vor Ort. Für uns stehen schon Kisten mit Obst und Getränke bereit, später kommen Croissants und Quarkbällchen dazu. Wer noch keines hat, bekommt jetzt sein grünes Team-Shirt. Schnell macht sich eine lockere Kennenlern- und Frühstücksstimmung breit. Einige sind „Wiederholungstäter“, andere Marathon-Neulinge wie ich. Sonnenmilch wird geteilt, Erfahrungen ausgetauscht.

Dann geht es los: Lea geht mit uns die Stationen ab, auf die wir uns gleich verteilen werden. Unser Job ist es, den Läuferinnen und Läufern den richtigen Weg zu zeigen und ihn den anderen Verkehrsteilnehmern – zumindest vorübergehend – zu versperren. „An der ‚Toosbüy‘ ist das Konfliktpotential meist am höchsten“, warnt Lea schon einmal vor. Die Herausforderung nehmen wir an! Zusammen mit drei weiteren Helferinnen melde ich mich für das „Konflikttraining“.

Vorher befüllen wir aber noch Becher mit Wasser: eines der wichtigsten „Hilfsmittel“ für die rund 2.000 Läuferinnen und Läufer, die hier bei der Hitze die Halbmarathon- und Marathonstrecke zurücklegen wollen. Schon hier zeigt sich: Das Teamwork funktioniert. Ohne große Absprache bildet sich eine Kette: Schöpfen, befüllen, weiterreichen, auf den Tapeziertischen bereitstellen. Am Ende stehen vier Tapeziertische voll mit eng an eng gestellten Bechern.

Rund 20 Minuten, bevor die Läuferinnen und Läufer starten, fällt für uns der Startschuss. Ausgestattet mit Warnwesten positionieren wir uns an unseren Stationen. „Toosbüy“, wir kommen! Nach zwei Stunden sind wir vier vom „Konfliktteam“ uns einig: Wir brauchen keinen Wechsel. Wir haben Spaß zusammen, sind nach den ersten beiden Durchfahrten bestens eingespielt für eine schnelle Durchfahrt der Rettungswagen, regeln im Team den Verkehr ohne Zwischenfälle und sind besonders stolz, als zwei Polizisten, die vorbeigucken, mit einem „Das läuft doch!“ nach ein paar Minuten weitergehen.

Vier Stunden an einer Straßenkreuzung zu stehen und den Verkehr zu regeln, ist ja nun nicht grad eine spannende Aufgabe, aber sie ist wichtig – und mehr noch als bei meinen bisherigen Einsätzen ist das Motto: „Ehrenamt ist (auch) das, was man daraus macht!“. Wir vier von der „Toosbüy“ vertreiben uns die Zeit, wenn keine Autos kommen, mit Anfeuern. Unsere Spezialität: Spalier-Laola. Viele Läuferinnen und Läufer bedanken sich sogar. Da macht es gleich doppelt Spaß!

Die erste Läuferin kommt nach 2 Stunden 45 Minuten und 25 Sekunden ins Ziel. Wir bleiben, bis auch der letzte Läufer über die Strecke kommt. Einige gehen zwischendurch, aber was macht das schon?! Dabeisein ist alles! Das gilt für die Sportler wie für die Helfer.