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Lokal engagiert – für weltweite Hilfen

…beim Unicef-Kartenverkauf

UNICEF-Karten verbinde ich sofort mit Weihnachten. Im Haushalt meiner Eltern gehören sie zum Fest wie der Tannenbaum. Auch einige Unternehmen, die ich kenne, verschicken sie zum Jahresende und unterstützen so die Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen. Seit 1968 gibt es auch in Flensburg eine UNICEF-Gruppe. Die Engagierten kümmern sich um Firmenkunden, organisieren Info-Kampagnen, erledigen die Büroarbeit, die das ganze Jahr über anfällt und betreuen diverse Verkaufsstellen in Flensburg, Husum und Schleswig, – und zwar bei Weitem nicht nur für Weihnachtskarten, wie ich gleich an meinem ersten Einsatztag feststelle.

Als ich gegen halb zehn in die Holmpassage komme, stehen bereits etliche bis oben gefüllte Kartons neben dem Stand. Zusammen mit Marlies Försterling und Doris Obal drappiere ich die Tischdecke, und schon geht es ans Auspacken. Es gibt so viele weihnachtliche und andere Motive, dass es schnell eng wird auf unseren Tischen. Aber die beiden seit vielen Jahren engagierten Frauen haben längst ein ausgetüfteltes System, dank dem besonders viele Karten Platz finden und auch der Nachschub schnell zur Hand ist.

In den nächsten vier Stunden kommen etliche Kunden an den Stand – der UNICEF-Kartenverkauf ab Ende November hat Tradition, ebenso wie der Standort. Einige fragen gezielt, zum Beispiel nach den neuen Karten von Udo Lindenberg, der schon seit acht Jahren Grußkarten für UNICEF malt. Andere nehmen sich die Zeit, alle Motive durchzusehen. Jedes Jahr sind neue dabei. Eine Frau erzählt von einer UNICEF-Karte mit einem Eisbären, von der sie schön länger ein Exemplar aufgehoben hat, weil sie es besonders schön findet. Hier kommt man schnell ins Gespräch. Viele Käufer sind Stammkunden, auch einige andere Ehrenamtliche kommen vorbei.

Jedem Kunden geben wir eine kurze Info über die Arbeit des Kinderhilfswerk mit. UNICEF wurde bereits 1946 gegründet, 1953 kam das Deutsche Komitee für UNICEF e.V dazu. Die Organisation setzt sich in über 150 Ländern dafür ein, dass Kinder medizinisch versorgt werden, sauberes Trinkwasser haben, zur Schule gehen können und vor Gewalt und Ausbeutung geschützt sind. Diese Informationsarbeit ist wichtig. Denn auch wenn UNICEF sich auch in Deutschland als „wichtige Stimme gegen Kinderarmut, für Beteiligung und Bildungschancen“ positioniert, sei die Arbeit für manche Menschen einfach „zu weit weg“, sagt Doris Obal. Sie spendeten häufig eher für Einrichtungen, die sich lokal engagieren.

Zum ersten Mal erfahre ich, dass auch unter ehrenamtlichen Organisationen Konkurrenz eine Rolle spielt. Eigentlich nicht verwunderlich, dennoch wird es mir erst jetzt bewusst. Viele sind nicht nur auf Zeit- sondern auch auf Geldspenden angewiesen, um ihre Arbeit leisten zu können. Und auch wenn die Hilfen nicht konkret in Flensburg geleistet werden, sind es die Bürgerinnen und Bürger vor Ort, die sich freiwillig in den lokalen Gruppen engagieren – 8.000 sind es deutschlandweit, in rund 200 Städten. Ohne sie geht es nicht.

Mein Engagement reduziert sich leider aufgrund eines familiären Notfalls auf den einen Tag am Kartenstand. Aber ich weiß schon jetzt: Bei jeder UNICEF-Karte, die ich in diesem Jahr vielleicht noch geschickt bekomme, denke ich an die vielen ehrenamtlich Engagierten – auch in Flensburg –, die gut