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Blog #ImkeEngagiertinFlensburg

Imke engagiert sich ein Jahr lang jeden Monat (max. 12 Stunden) als freiwillige Helferin bei einem Verein/einem Event/einer Einrichtung in Flensburg. Über ihre Erfahrungen berichtet sie in ihrem Blog #ImkeEngagiertinFlensburg.

Ärmel hochkrempeln und einfach los engagieren!

Ich mag Flensburg. Wegen der Küste, der Sprache, der Nachbarschaft zu Dänemark und wegen der Menschen. Ob zugezogen – so wie ich selbst – oder Original-Flensburger*innen: Ich habe den Eindruck, wem in Flensburg jeden Tag der frische Wind um die Nase weht, den pustet so schnell nichts um. Hier machen die Menschen viel eher mal den Mund auf, gehen für ihre Ideen auf die Straße und krempeln die Ärmel hoch, wenn ihnen was nicht passt. Flensburg ist eben nicht nur bunt, sondern auch engagiert!

Zugegeben: Bisher bin ich selbst kaum engagiert. Irgendeine Entschuldigung hatte ich immer, meist ein Projekt, denn ich bin selbständig. Aber jetzt habe ich mich selbst überlistet – mit meinem neuen Projekt #ImkeEngagiertinFlensburg. Zwölf Monate lang will ich mich jeden Monat für eine andere Sache/einen anderen Verein engagieren. Meine Regeln: Einsatzort Flensburg, max. 12 Stunden/Monat (inkl. Fahrtzeiten, Einarbeitung etc.), und ich mache nichts, mit dem ich als Selbständige meinen Lebensunterhalt verdiene.

Jeden Monat berichte ich an dieser Stelle von meinen Erfahrungen, und am Ende will ich mein Engagement-Jahr noch einmal zusammenfassen – in welcher Form, weiß ich noch nicht.

Ich gucke überall nur rein. Das ist etwas ganz anderes, als das zuverlässige Engagement, das viele andere leisten – und das zum Teil schon seit Jahren. Meiner Meinung nach ist es trotzdem auch eine Möglichkeit, sich einzubringen. Ich kremple jetzt zumindest die Ärmel hoch und probier’s einfach mal aus.

Ich freue mich auf alle, die mich über diesen Blog dabei begleiten – als Leser*innen und gern auch mit ihrer eigenen Meinung. E-Mail: kontakt@textspot.de 

Imke

Dezember

Lokal engagiert – für weltweite Hilfen

… beim UNICEF-Kartenverkauf

UNICEF-Karten verbinde ich sofort mit Weihnachten. Im Haushalt meiner Eltern gehören sie zum Fest wie der Tannenbaum. Auch einige Unternehmen, die ich kenne, verschicken sie zum Jahresende und unterstützen so die Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen. Seit 1968 gibt es auch in Flensburg eine UNICEF-Gruppe. Die Engagierten kümmern sich um Firmenkunden, organisieren Info-Kampagnen, erledigen die Büroarbeit, die das ganze Jahr über anfällt und betreuen diverse Verkaufsstellen in Flensburg, Husum und Schleswig, – und zwar bei Weitem nicht nur für Weihnachtskarten, wie ich gleich an meinem ersten Einsatztag feststelle.

Als ich gegen halb zehn in die Holmpassage komme, stehen bereits etliche bis oben gefüllte Kartons neben dem Stand. Zusammen mit Marlies Försterling und Doris Obal drappiere ich die Tischdecke, und schon geht es ans Auspacken. Es gibt so viele weihnachtliche und andere Motive, dass es schnell eng wird auf unseren Tischen. Aber die beiden seit vielen Jahren engagierten Frauen haben längst ein ausgetüfteltes System, dank dem besonders viele Karten Platz finden und auch der Nachschub schnell zur Hand ist.

In den nächsten vier Stunden kommen etliche Kunden an den Stand – der UNICEF-Kartenverkauf ab Ende November hat Tradition, ebenso wie der Standort. Einige fragen gezielt, zum Beispiel nach den neuen Karten von Udo Lindenberg, der schon seit acht Jahren Grußkarten für UNICEF malt. Andere nehmen sich die Zeit, alle Motive durchzusehen. Jedes Jahr sind neue dabei. Eine Frau erzählt von einer UNICEF-Karte mit einem Eisbären, von der sie schön länger ein Exemplar aufgehoben hat, weil sie es besonders schön findet. Hier kommt man schnell ins Gespräch. Viele Käufer sind Stammkunden, auch einige andere Ehrenamtliche kommen vorbei.

Jedem Kunden geben wir eine kurze Info über die Arbeit des Kinderhilfswerk mit. UNICEF wurde bereits 1946 gegründet, 1953 kam das Deutsche Komitee für UNICEF e.V dazu. Die Organisation setzt sich in über 150 Ländern dafür ein, dass Kinder medizinisch versorgt werden, sauberes Trinkwasser haben, zur Schule gehen können und vor Gewalt und Ausbeutung geschützt sind. Diese Informationsarbeit ist wichtig. Denn auch wenn UNICEF sich auch in Deutschland als „wichtige Stimme gegen Kinderarmut, für Beteiligung und Bildungschancen“ positioniert, sei die Arbeit für manche Menschen einfach „zu weit weg“, sagt Doris Obal. Sie spendeten häufig eher für Einrichtungen, die sich lokal engagieren.

Zum ersten Mal erfahre ich, dass auch unter ehrenamtlichen Organisationen Konkurrenz eine Rolle spielt. Eigentlich nicht verwunderlich, dennoch wird es mir erst jetzt bewusst. Viele sind nicht nur auf Zeit- sondern auch auf Geldspenden angewiesen, um ihre Arbeit leisten zu können. Und auch wenn die Hilfen nicht konkret in Flensburg geleistet werden, sind es die Bürgerinnen und Bürger vor Ort, die sich freiwillig in den lokalen Gruppen engagieren – 8.000 sind es deutschlandweit, in rund 200 Städten. Ohne sie geht es nicht.

Mein Engagement reduziert sich leider aufgrund eines familiären Notfalls auf den einen Tag am Kartenstand. Aber ich weiß schon jetzt: Bei jeder UNICEF-Karte, die ich in diesem Jahr vielleicht noch geschickt bekomme, denke ich an die vielen ehrenamtlich Engagierten – auch in Flensburg –, die gut noch weitere Unterstützung gebrauchen können.

November – Kultur, Kaffee und Kuchen beim Kulturhof
Oktober – Kreatives Ehrenamt auf der 40. Apfelfahrt
September – Helfen ganz einfach bei der Flensburger Flüchtlingshilfe
August – Ehrenamt mit Gänsehautmomenten beim „Lauf ins Leben“
Juli – Ehrenamt bei villekula
Juni – Als Helferin beim 3. Flensburg liebt dich Marathon
Mai – „Adrenalin-Engagement“ auf der folkBALTICA
Mai – Engagement schafft soziales Zuhause
April – Mein Büchertraum beim Sozialkaufhaus MehrWert
März – Mein erster Einsatz bei der Flensburger Tafel
Februar – Flensburgs Engagierte sind schnell!